Unflug

Sie fällt so dann ins Nichts

Wir sitzen Nachts beisammen, warmer Tee im Bauch, kalter Sirup mit Wodka und Eis im Mund. Wind und Regen sprühen feinen Nebel durchs Fenster. Die Zeit steht und schwindet. Wir sind stabil und ausgefüllt, zerstäubt bei uns.

Auf einem Häuserdach gleiten Möwen durch die Luft, rufen dich singend: „Flieg mit uns!“ Die Flut in deinem Kopf treibt dich vorwärts. Achtdeutig , amorph greifen deine Hände ins Leere. Fuß in der Luft, Zeit schwindet und alles fließt. Unhaltbare Gedanken aus kaltem Wasser schwindeln in dir. Kaltes Lächeln.

Wir schreiben unsere Zukunft.

Du stehst dort oben, fühlst die Weite, alle Möglichkeiten stehen uns frei, jede. Grenzenloser Wind, deine Gedanken ausradiert, flieg oder halt ganz doll fest, jetzt, zwischen Frühling und Herbst, genau dann.

Mondschein, Blätter rauschen, ein Baum in hellgrün, gelbgepunktet – Nebelschwaden verbergen die Nacht. Die Kälte lässt dich zittern, Angst weckt dich auf, du schaust hastig um dich und vertreibst deine Träume, ein Ast bricht im Wind, du musst schnell wach sein. Immer

Die Butter dreht Kreis im Kühlschrank, es riecht nach Kaffee und der Schlüssel ist weg. Wieder träumst du im warmen, wach bist du und guckst aus dem Fenster.

So ein –

„ Lass uns immer so bleiben“

„Wie?“

„Na so jung und frei“

„Und wie?“

„Na wir beide“

-Tag

Enten suchen Würmer mit Krähenfüßen in den Augen. Die letzten Blätter fallen. Deine Stiefel gleiten durchs nasse Laub. Sie fliegen davon, du gehst weiter.

Ein gelbbraunes Blättermeer mit rot, Tiere am Himmel in neon-rosa orange und blauschwarze Nacht. Sie ist eingeschlafen. Fahles Licht, eine Wolke aus Seide. Der Ofen ist aus. Ist die Seele aus Luft? Manchmal reißen Gedanken Wunden. Störche ziehen lautlos davon. Du deckst sie zu. Rote Wangen im Schlaf. Ein Blatt fehlt. Es ist kalt und du gehst.

Der Herbst ist schon vorbei. Alle Blätter fielen zugleich. Ein Hauch Frühling irgendwo und wann, ein Sturm ohne Wind, Frost und steife bevor die Zeit überhaupt in Bewegung geraten konnte. Heimelig bevor du kalt lächeln konntest.

Wir sind schlecht, besser geht’s nicht

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